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Mehr als 1 Million Menschen in Niedersachsen von Armut bedroht


24. Juli 2019

Der Anteil von Menschen in Niedersachsen, die armutsgefährdet sind, lag laut Landesamt für Statistik Niedersachsen im Jahr 2017 bei 15,8 Prozent und sinkt damit nur um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt 1,24 Millionen Menschen waren in Niedersachsen im Jahr 2017 von Armut bedroht. Als arm gelten Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung zur Verfügung stehen. Hier wurde 2017 für Niedersachsen ein Wert von 980 Euro für einen Einpersonenhaushalt angesetzt.Besonders Erwerbslose (55,9%), Alleinerziehende (42,1%), Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit (41%) und junge Erwachsene (26,7 %) haben ein überdurchschnittlich hohes Armutsrisiko. Weiterhin ist jedes fünfte Kind in Niedersachsen von Armut bedroht (20,6%). „Wir betrachten diese Zahlen mit großer Sorge“, betont Harald Groth, Vorsitzender des AWO Bezirksverbands Weser-Ems und ergänzt: “Es ist ein ungünstiges Signal, dass es trotz sinkender Arbeitslosenzahlen und einer bisher guten konjunkturellen Lage nicht gelungen ist, die Armutsquote signifikant zu reduzieren.“  

 

Niedriglöhne und überhöhte Mieten

Als fatale Allianz betrachtet die AWO Weser-Ems das Zusammenspiel von Niedriglöhnen und steigenden Mieten, was zu einer weiteren Verschärfung der Situation führen könne.

Tatsächlich lag die Quote der Menschen, die trotz Arbeit armutsgefährdetwaren, wie im Vorjahr bei 7,3 % der Erwerbstätigen. „Wenden Besserverdienende im Durchschnitt  15 Prozent des Einkommens für Mietkosten auf, so müssen Menschen mit geringem Einkommen etwa in Oldenburg 30 Prozent ihres Gehalts für die Miete ausgeben“, so Groth und fordert die Politik dazu auf, „bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, um die Situation zu entschärfen.  Andernfalls droht eine weitere Spaltung der Gesellschaft zu Lasten der Menschen mit geringem Einkommen.“
Die AWO Weser-Ems führt aktuell im Weser-Ems Raum Studien zur Armutsgefährdung mit Bezug auf die jeweilige Region durch. Die Ergebnisse sollen Anlass für Diskussionsforen und daraus resultierende Handlungsempfehlungen bieten.

 

Weitere Informationen: https://www.ms.niedersachsen.de/themen/soziales/handlungsorientierte_sozialberichterstattung/handlungsorientierte-sozialberichterstattung-niedersachsen-19243.html

 

Kontakt:

Thore Wintermann
Geschäftsführer
AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V.
Klingenbergstraße 73, 26133 Oldenburg
Telefon: 04 41/4801 – 254; Telefax: 04 41/48 01 – 1 88
thore.wintermann@awo-ol.de
www.awo-ol.de

 

Über die AWO Weser-Ems e. V.
Die AWO Weser-Ems e. V. ist eine(r) von 30 Landesgliederungen/Bezirksverbänden der Arbeiterwohlfahrt in Deutschland. Von der Nordsee bis ins Osnabrücker Land zählt die AWO Weser-Ems rund 10.000 Mitglieder sowie Ehrenamtler*innen in 14 Kreisverbänden und 129 Ortsvereinen und rund 4.000 hauptamtliche Mitarbeiter*innen. Die AWO Weser-Ems bietet soziale Dienstleistungen in über 70 Einrichtungen rund um Pflege, Kinderbetreuung, psychosoziale Teilhabe und Beratung. Als politischer Verband vertritt die AWO Weser-Ems die Interessen der Menschen in der Region und setzt sich für eine demokratische und gerechte Gesellschaft ein.