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Aktuelle Studie: Fachkräftemangel in der Pflege spitzt sich zu


15. Juli 2019

Laut aktuellem AOK-Pflegereport 2019* besteht eine Lücke zwischen der Zahl der benötigten Pflegekräfte und dem tatsächlich vorhandenen Personal. Die AWO Weser-Ems als Anbieterin von Pflegedienstleistungen im gesamten nordwestlichen Niedersachsen hat wiederholt auf diesen Missstand hingewiesen und sieht sich durch die aktuelle Erhebung bestätigt. Konkret werden bis zum Jahr 2030 bundesweit rund 720.000 Pflegefachkräfte benötigt. Die AWO Weser-Ems fordert die Politik dringend auf, zügig wirkungsvolle Maßnahmen umzusetzen.

Pflegenotstand ist deutlich spürbar
Der Fachkräftemangel bei Pfleger*innen hat sich in den letzten Jahren stetig verschärft. „Wir federn den Personalmangel in der Pflege durch ein aktives Recruiting so gut wie möglich ab“, betont Harald Groth, Vorstandsvorsitzender der AWO Weser-Ems. Allerdings  sei die Lage im ländlichen Raum im Bereich der ambulanten Pflege zum Teil so dramatisch, dass Anfragen von Pflegbedürftigen nicht bedient werden könnten. Man mache sich mittlerweile große Sorgen um die Versorgung der Bevölkerung mit Pflege und Betreuung. Hier sei das Land gefragt, Rahmenbedingungen für eine sichere Versorgung der Bevölkerung bereitzustellen.

Zahlreiche Renteneintritte in der Pflegebranche
Soziodemografische Entwicklungen wie die vermehrte Verrentung von Pflegefachpersonal bilden eine weitere Herausforderung. „In der Pflege sind relativ wenig junge Menschen tätig“, so Groth und ergänzt: „Rund 40 Prozent der Arbeitnehmer*innen im Bereich Pflege sind über 50 Jahre alt und steuern in den kommenden Jahren auf den Ruhestand zu. Dies wird den Fachkräftemangel im Pflegebereich noch weiter forcieren.“

Ambulanten Pflege kostendeckend vergüten
Besonders angespannt sei aus Sicht der AWO Weser-Ems die Lage im Segment der ambulanten Pflege. Um die qualitativ hochwertige und flächendeckende Versorgung von pflegbedürftigen Personen sichern zu können, müssten die Kassen die ambulante Pflege kostendeckend vergüten. „Die aktuellen Werte, die niedersächsische Pflegekassen für ambulante Dienste aufrufen, sind schlicht ungenügend, wenn Mitarbeiter*innen fair entlohnt und nach Tarif bezahlt werden sollen“ unterstreicht Groth. Dies gelte insbesondere dann, wenn man Vergleiche mit anderen Bundesländern zur Hand nehme.
So verfügen nur 15 Prozent der ambulanten Pflegedienste, wie etwa die der AWO, in Niedersachsen über einen Tarifvertrag für ihre Beschäftigten.

 

Kontakt:
Thore Wintermann
Geschäftsführer
AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V.
Klingenbergstraße 73, 26133 Oldenburg
Telefon: 04 41/4801 – 254; Telefax: 04 41/48 01 – 1 88

thore.wintermann@awo-ol.de
www.awo-ol.de

 

Über die AWO Weser-Ems e. V.
Die AWO Weser-Ems e. V. ist eine(r) von 30 Landesgliederungen/Bezirksverbänden der Arbeiterwohlfahrt in Deutschland. Von der Nordsee bis ins Osnabrücker Land zählt die AWO Weser-Ems rund 10.000 Mitglieder sowie Ehrenamtler*innen in 14 Kreisverbänden und 129 Ortsvereinen und rund 4.000 hauptamtliche Mitarbeiter*innen. Die AWO Weser-Ems bietet soziale Dienstleistungen in über 70 Einrichtungen rund um Pflege, Kinderbetreuung, psychosoziale Teilhabe und Beratung. Als politischer Verband vertritt die AWO Weser-Ems die Interessen der Menschen in der Region und setzt sich für eine demokratische und gerechte Gesellschaft ein.

 

 *https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-58935-9, letzter Aufruf 12.07.2019