AWO Weser-Ems kritisiert Ablehnung der Allgemeinverbindlichkeit scharf


21. Januar 2016

Oldenburg/Hannover. „Das ist ein Schlag ins Gesicht aller jungen Menschen, die in der Altenpflege eine Ausbildung machen wollen“, kommentiert der AWO Weser-Ems Verbandsgeschäftsführer Thomas Elsner die heutige Ablehnung der Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages über die Ausbildungsbedingungen der Altenpflege in Niedersachsen durch den Tarifausschuss des Landes Niedersachsen.

„Gerade in Zeiten des demografischen Wandels und Fachkräftemangels, in dem der Wettbewerb um Nachwuchs hart geführt wird, benötigt die Altenpflege einen Zuwachs an Attraktivität. Diese Chance wurde nun vertan“, so Thomas Elsner. Warum man gegen den Rat sämtlicher Experten, die Tür für eine Aufwertung der Pflege insgesamt und für eine höhere Attraktivität der Ausbildung nun zugemacht hat, erschließe sich nicht. „Als grob fahrlässig kann man das bezeichnen“, zeigt sich Elsner verärgert.

Der Tarifvertrag, den die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (LAG FW) und die Gewerkschaft ver.di schon Mitte Februar 2015 unterzeichnet hatten, vereinheitlicht die Höhe der Ausbildungsvergütungen, des Urlaubs und der Wochenarbeitszeit. Im Zuge der Allgemeinverbindlichkeit wäre er für alle der rund 6.700 niedersächsischen Auszubildenden in der Altenpflege verbindlich geworden. Die landesweite Einführung tariflicher Mindeststandards hätte dem Wettbewerb über Lohndumping entgegen gewirkt und ihn stattdessen auf die Qualität und die guten Arbeitsbedingungen der jeweiligen Träger verlagert, so die Argumente der LAG FW und der Gewerkschaft ver.di.