Suche

AWO Weser-Ems: Noch keine Entwarnung für die ambulante Pflege in Niedersachsen


29. April 2019

Die ambulante Pflege in Niedersachsen befindet sich in der Krise. Die mangelnde Refinanzierung durch die Pflegekassen treibt viele Träger ambulanter Pflege in wirtschaftliche Nöte. Jüngst stattgefundene Schiedsverfahren und Vergleichsverhandlungen sollten Klarheit für die zukünftige Entwicklung geben. Die AWO Weser-Ems wertet die aktuellen Ergebnisse wie folgt:

„Auch mit den im Vergleich vereinbarten Vergütungen, ist auf Dauer kein auskömmliches Arbeiten möglich. Tarifliche Bestimmungen und die entsprechenden Löhne finden nach wie vor keine Berücksichtigung“, verdeutlicht der Vorsitzende der AWO Weser-Ems, Harald Groth. Der jetzige Vergleich wurde zwischen Kassen und Trägern AWO, Caritas, Diakonie und Kommunalen Pflegedienstbetreibern geschlossen.

„Positiv ist, dass wir es geschafft haben, Bewegung in die Schaffung ordentlicher Vergütungsstrukturen in der ambulanten Pflege in Niedersachsen zu bringen. Es ist gelungen mit den Kostenträgern an einem Tisch zusammenzukommen und erste Ergebnisse in einem Vergleich zu erzielen“, so Groth weiter.

Im März hatten Vertreter der zuständigen Arbeitgeberverbände die bisherigen Vergütungen in der ambulanten Pflege als realitätsfern kritisiert. Die Kostenträger seien dabei, die ambulante Pflege an die Wand zu fahren und die pflegebedürftigen großen Versorgungsrisiken auszusetzen.

Klar sei aber auch, dass das jetzige Ergebnis nur ein erster Schritt sein könne. „Die Verhandlungen verschaffen uns eine Atempause. Die Ziellinie, eine auskömmliche Finanzierung, ist aber noch in weiter Ferne“,  betont Groth, der die Situation in der ambulanten Pflege weiter angespannt sieht: „Es müssen nun zügig die Grundlagen für die Verhandlungen ab 2020 auf der Basis eines validen Kalkulationsschemas und der Anerkennung der tatsächlichen Kosten geschaffen werden. Dazu gehören explizit Tariflöhne für die Beschäftigten.Die AWO sieht sich in Verantwortung, die ambulante Pflege in Niedersachsen sicherzustellen. Dies könne man jedoch nur im Zusammenspiel mit den Kassen. Beide Seiten müssten sich jetzt ihrer Verantwortung bewusst sein und einen Pflegekollaps in Niedersachsen verhindern.

 

Kontakt:

Thore Wintermann
Verbandsgeschäftsführer
AWO Bezirksverband Weser-Ems e. V.
Klingenbergstraße 73, 26133 Oldenburg
Telefon: 04 41/4801 – 0; Telefax: 04 41/48 01 – 1 88; 
thore.wintermann@awo-ol.de